Die Systematik der Geckos


  Die Systematik befindet sich ständig im Fluss und neue Erkenntnisse bringen auch neue Ergebnisse. Es wird aber immer nur der Versuch sein eine momentane Übersicht über die verwandtschaftlichen Verhältnisse darzustellen. Bestand hat nur die Art, alles andere ändert sich je nach Stand der Wissenschaft. Es werden immer wieder Versuche unternommen die verwandtschaftlichen Zusammenhänge neu zu ordnen. 

 
Die Anerkennung dieser wissenschaftlichen Auswertungen liegt häufig nur im Ermessen einzelner Wissenschaftler. Als Laie fällt es einem oft sehr schwer diese Zusammenhänge zu verstehen. Auch ich bin nicht frei von dieser Betrachtungsweise und orientiere mich an den Ergebnissen verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen. Dabei lasse ich meine eigenen Erfahrungen mit einfließen. 

 
Die hier vorgestellte Systematik beruht auf unterschiedlichen Ergebnissen verschiedener wissenschaftlicher Arbeiten und wurde von mir erstellt. Hierbei nehme ich teilweise auch nur eine andere Wertung dieser Ergebnisse vor. Auch das ist nur ein Versuch meinerseits die Verwandtschaft der Geckos wissenschaftlich zu ordnen. Da aber über diese Einteilung keine wissenschaftliche Arbeit erfolgt ist, ist sie auch nur als Arbeitsgrundlage für eine eventuell endgültige Systematik zu verstehen.

Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung
:
Schuppenkriechtiere (Squamata)
Zwischenordnung:
Geckoartige (Gekkonomorpha) 
Überfamilien:
2   Familien: 4   Unterfamilien: 7 Geckogattungen: ca. 110 
Arten
:
ca. 1.100     Unterarten: ca. 465

Pygopodidengattungen: 8   Arten: 36

[   Zu den Gattungen]

Die Zoologischen Namen und deren Klassifikation

  Jedes Tier bekommt nach den "Internationalen Regeln für die Zoologische Nomenklatur" einen unverwechselbaren Namen. Dieser setzt sich aus zwei latininisierten Wörtern zusammen. Dabei wird das erste Wort immer groß geschrieben und es handelt sich hierbei um den Gattungsnamen. Das zweite Wort wird klein geschrieben und es handelt sich hierbei um den Artnamen. Ein drittes klein geschriebenes Wort deutet auf eine Unterart hin. Danach folgt, durch ein Komma von einander getrennt, der Erstbeschreiber und das Jahr der Veröffentlichung. Beides wird in eine Klammer gesetzt, wenn sich der Gattungsname geändert hat. Dieses ist immer dann der Fall, wenn Jemand zu einem anderen wissenschaftlich anerkannten Ergebnis gekommen ist, als der Erstbeschreiber. 

 
Zukünftige Forschungen werden immer auch zu Änderungen in der Systematik führen. Dank neuer Methoden und Erkenntnisse stellen sich altbekannte Zusammenhänge u.U. ganz anders dar. Häufig sind es nur Zufallsergebnisse, die beim Sichten von Museumsmaterial neue Erkenntnisse liefern. So kommt es immer wieder vor, dass Namen schon viel früher vergeben wurden, als es der Wissenschaft bewusst war. Da aber in der Regel der älteste Name eines Tieres für die einwandfreie Identifizierung herangezogen werden muss, ändert sich mit dem Aufspüren von älteren Bezeichnungen auch die Nomenklatur einer Art oder Gattung. In der Regel gilt jeweils der älteste existierende Name; wenn ein solcher aber die Stabilität des Systems gefährdet, kann die Internationale Nomenklaturkommission in London angerufen werden, um einen älteren, aber ungebräuchlichen Namen formal außer Kraft zu setzen.

 Mit derzeit etwa 1.100 validen Arten sind die Geckos eine der formenreichsten Reptilienfamilien. Allerdings verteilen sich die Spezies recht ungleichmäßig auf die drei Familien, und auch die Zuordnung der verschiedenen Unterfamilien und Gattungen sind in der Fachwelt nicht unumstritten. Durch ständige Neuentdeckungen und Umbenennungen ändert sich die Anzahl der Arten bzw. Gattungen laufend.

  Beispielsweise galt und gilt dies für die systematische Stellung der Flossenfüße (Pygopodidae), deren Anatomie (zu einer "Brille" verwachsene Augenlider u.ä.) und Fortpflanzungsbiologie (je zwei weichschalige Eier pro Gelege)  sie in die Nähe der Geckos stellen. Dieses und viele andere Ergebnisse haben bei den Flossenfüßen immer zu recht kontroversen Diskussionen geführt. Auf Grund ihrer Anatomie (Bild) ist eine verwandtschaftliche Beziehung zu den Geckos nur schwer zu verstehen. In der momentanen Beurteilung dieser verwandtschaftlichen Beziehungen nehmen die Flossenfüße in der systemischen Einteilung der Geckos eine Sonderstellung ein. Ich erhebe Sie hier in den Rang einer Überfamilie. Eine feinere Gliederung unterhalb der Familie in verschiedene Unterfamilien halte ich für durchaus sinnvoll.
  Die Neuordnung der Pygopoden beinhaltet auch eine Veränderung der diplodactylinen Geckos, die bei mir in den Rang einer Familie heraufgesetzt werden. Hierbei stufe ich auch gleichzeitig die charphodactylinen- und diplodactylinen Geckos in den Rang einer Unterfamilie ein.

  In jüngster Zeit wurden bspw. die Wundergeckos (Gattung Teratoscincus) von manchen Wissenschaftlern als eigene Unterfamilie eingestuft. Dem schließe ich mich an.
  Eine weitere Gliederung unterhalb der Unterfamilien halte ich zu dem jetzigen Zeitpunkt für nicht nachvollziehbar.
  Untergattungen können nur als Hinweis auf gemeinsame Unterschiede innerhalb einer Gattung gewertet werden und sollten in nomenklatorischen Auflistungen unberücksichtigt bleiben.  

  Hinsichtlich der Fortpflanzungsbiologie lassen sich die Geckos danach unterscheiden, ob sie weich- oder hartschalige Eier legen. Ersteres ist bei den Lid- und Doppelfingergeckos der Fall, Letzteres bei den übrigen Unterfamilien (sowie den Flossenfüßen). Eine gewisse Sonderstellung nehmen einige Vertreter der rein neukaledonischen Gattung Rhacodactylus ein: ihre Eier besitzen zwar eine weiche Innenhaut, aber zusätzlich noch eine starke Kalkauflage. Das Bedeutet, durch das Wachsen der Eier dehnt sich die Innenhaut, und dabei wird die äußere Schale rissig und platzt auf

  Inwieweit die Struktur der Schale als Anpassung an die jeweiligen Habitate zu werten ist, bleibt noch zu klären; es fällt jedoch auf, dass in so unterschiedlichen Lebensräumen wie der Wüste und dem Regenwald jeweils  gleichermaßen Arten mit weich- und hartschaligen Eiern vorkommen.

 Eine Sonderstellung nehmen die wenigen - durchweg auf die Diplodactylidae beschränkten - lebendgebärenden Arten ein: bei den auf Neuseeland endemischen Gattungen Naultinus und Hoplodactylus ist Viviparie (oder besser Ovoviviparie) die Regel, während sie bei der schon erwähnten neukaledonischen Gattung Rhacodactylus lediglich bei R. t. trachyrhynchus (und dessen Unterart R. trachyrhynchus trachycephalus) vorkommt.

  -          =  Weltweite Verbreitung der Geckos -
-
        = Regenwaldgebiete -


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